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Sachbericht Interreligiöse Gespräche im Jahre 2016

Sachbericht   Interreligiöse Gespräche im Jahre 2016

Mitabeiter:

  • Dr. Rabbiner Walter Rotschild
  • Rabbinerin Ulrike Offenberg
  • Imam Said Arif Ahmed
  • Kusaladhamma Anagarika
  • Uwe Flock/Karsten Krampitz/ Frank Jacob
  • Christoph Polster, Leiter der Gedenkstätte Cottbus
  • Edeltraut Pohl , Leiterin der Ausländerarbeit der Samariterkirche Berlin

Die Abgeordnete von Bündnis 90/die Gründen Chanan Bayran als Gast und Gesprächspartnerin in der Samariterkirche

Moderator und Leiter:

  • Rudi-Karl Pahnke

Fahrer und Begleiter:

  • Peter Nikoleit

Orte / Daten :

  • 26.04. 2016   Samariterkirche Berlin (Eröffnung )
  • 14.07.2016   Kroppen (Südbrandenburg/ 50 Personen)
  • 06.09.2016   Fürstenwalde/ Dom (60 Personen)
  • 15.09.2016   Müncheberg/ Mark (11 Personen)
  • 27.10.2016   Luckau (25 Personen)
  • 20.10.2016   Cottbus / Nachbarschaftszentrum (60 Personen)

 

Die Interreligiösen Gespräche dieses Jahres haben eine sehr beachtliche Resonanz gefunden – allerdings je nach Partner vor Ort. Entscheidend ist, ob zum Beispiel die Öffentlichkeit angesprochen und aktiv miteinbezogen wurde.

In der Eröffnungsveranstaltung in der Berliner Samariterkirche gibt es immer einen Kreis von engagierten und interessierten Menschen – aus der Ausländerarbeit und dem Umfeld. Die Öffentlichkeitsarbeit wird dort sehr intensiv betrieben.

Wir haben die Veranstaltung dort nach dem Worldcafeprinzip gestaltet (und in der Folge dann möglichst auch an den anderen Orten), d.h. nach einer Einführung erfolgen von den unterschiedlichen Positionen die Beiträge – und dann geht man in Gruppen auseinander, um die einzelnen Personen und Positionen sehr intensiv zu befragen und mit ihnen zu diskutieren. In der Regel wird der Imam sehr intensiv befragt, aber ebenso die anderen. Diese Runden wechseln dann jeweils – bis zu einem abschließenden Gespräch im Plenum.

Die Gemeinde und der Ort Kroppen hatten uns eingeladen, unbedingt zu ihnen zu kommen. Bürgermeister, Pfarrerin und Vertreter unterschiedlicher Parteien und Gruppierungen waren in der vollen Kirche (ca. 80 Personen) vertreten. Durch die örtlichen Gegebenheiten waren wir hier allerdings gezwungen, auf das Worldcafeprinzip zu verzichten. Das Gespräch war dennoch sehr intensiv und es herrschte ein offenes und aufgeschlossenes Klima.

In Fürstenwalde waren wir sehr überrascht. Auch hier war die Kirche voll und es waren Vertreter unterschiedlichen Gruppen anwesend – und dann auch aktiv im Gespräch. Die Öffentlichkeit war eingeladen worden – und auffällig war, dass eine Gruppen von Flüchtlingen (ca. 20 Personen) aus dem Iran sich aktiv in das Gespräch einbringen wollten und es auch getan haben.

Eine andere Erfahrung haben wir in Müncheberg gemacht. Wir waren sehr gespannt auf diesen Ort mit dieser wunderbar gestalteten Kirche, die gleichzeitig auch Stadtbibliothek ist. Der Pfarrer hatte aber offensichtlich überhaupt keine oder wenig Öffentlichkeitsarbeit geleistet – und es war demgemäß nur ein sehr kleiner Kreis beieinander. Wir waren auch mit diesem Kreis sehr intensiv und gut im Gespräch – aber es war für den Ort und die Menschen des Ortes doch eine verpasste Chance.

Ganz anders war das Gespräch in Cottbus. Dazu war intensiv eingeladen worden und das Klima im Nachbarschaftshaus war außerordentlich interssiert, offen und intensiv. Hier hat sich unser Worldcafeprinzip auch hervorragend bewährt.

Herr Polster hat, nach Absprache mit mir, den Abend und das Gespräch intensiv vorbereitet und sehr aktiv mitgestaltet. Es waren Vertreter verschiedenen Generationen anwesend – und man kann mit Fug und Recht sagen, dass dieses Gespräch zu den Höhepunkten in unserer diesjährigen Arbeit gehörte

In Luckau war der Kreis der Teilnehmer zwar nicht so groß (mein Eindruck war: die Öffentlichkeitsarbeit hätte persönlicher und aktiver sein können), aber das Gespräch war sehr offen – und ist in der Wirkung sicher sehr nachhaltig.

Hier wurde wiederum der Imam sehr intensiv befragt – und konnte durch seine freundliche uns sachliche Art eine Reihe von Vorurteilen gegen den Islam auflösen – so dass man als Gesprächspartner dann genauer fragen kann, welche Richtung des Islam denn jeweils vertreten wird – und dass man zu unterscheiden in der Lage ist.

Das bedeutet – für dieses wie auch alle anderen Gespräche – dass es gelungen ist, Vorurteile abzubauen und Mut zu machen, zu fragen und auf den Andersdenkenden und Andersglaubenden offen und fragend, durchaus auch wach und kritisch zuzugehen.

Die Gefahr des Fanatismus, Fundamentalismus und Extremismus ist in allen Gesprächen zu Sprache gekommen und die Teilnehmenden wurden ermutigt – das Gespräch zu suchen und sich engagiert eine eigene Meinung zu bilden.

Rudi-Karl Pahnke, 17.11. 2016

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